Arbeit in Afrika

Bischof Carolo Msakila (Diözese Sumbawanga, Tansania) feiert 1974 mit Pfarrer Josef Dengl und Kaplan Josef Aicher den Weltmissionstag. (Foto Josef Dengl).

Es war schon immer ein Traum Josef Aichers, in die Mission zu gehen. Sein Bruder Pater Franz Aicher war bereits als Herz-Jesu-Missionar im Kongo/Zaire. 1978 wurde Josef Aicher als Weltpriester für die Missionsarbeit freigestellt. Dies veranlasste kein geringer als unser damaliger Erzbischof Josef Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI.
Nach gründlicher Vorbereitung konnte 1979  Josef Aicher als Pfarrer seine Missionsarbeit im Kongo/Zaire beginnen. Er übernahm von seinem Bruder die Pfarrei Yaloya im abgelegensten Teil der Diözese Bokungu-Ikela. Diese liegt am Äquator mitten im tropischen Regenwald. Seine Pfarrei umfasst 36 Seelsorgestationen im Umkreis von über 100 km. Um die ihm anvertrauten Menschen betreuen zu können, ist er oft tagelang auf unvorstellbar schlechten Straßen  unterwegs.


Pfarrer Josef Aicher bei seinem Besuch im Jahre 1982. von links nach rechts: Florian Pfisterer, Eugen Sollinger, Pfarrer Blasius Wagner, Josef Aicher, Heinrich von Rüden, Karl Schwojer, Richard Franke.

 

Da er seit seiner Rückkehr nach den Kriegswirren auf seinen Geländewagen verzichten muss, macht er sich mit dem Fahrrad auf den Weg oder nimmt sogar weite Fußmärsche auf sich.
Die Aufgaben von Pfarrer Josef Aicher gehen weit über die eines Seelsorgers hinaus. So baut er selbst Schulen und unterstützt die unentgeltlich arbeitenden Lehrer und Katecheten. Er fördert Schreinerwerkstätten und Näh- und Hauswirtschaftsschulen. Beim Aufbau bescheidener Existenzen unterstützt er seine Leute mit Rat und Tat. Er kümmert sich auch um den Zustand der Straßen und Brücken, um diese wenigstens einigermaßen befahrbar zu halten. Die Transporte mit seinem Lastwagen waren für die Menschen seiner Region die einzige Möglichkeit, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse zum Schiff zu bringen. Soweit die Straßen überhaupt befahrbar sind, war Pfarrer Josef Aicher nicht selten zwei bis drei Tage zur nächsten Anlegestelle unterwegs.
Selbstverständlich setzt sich Pfarrer Josef Aicher auch ganz aktiv für die Menschenrechte seiner Leute ein. Dies war und ist für ihn sicherlich nicht ungefährlich.  Beim Umsturz im Kongo/Zaire ließ er sich erst in allerletzter Minute ausfliegen. Er war der erste, der wieder in sein Missionsgebiet zurückgekehrt ist und seine Arbeit trotz Plünderungen unter noch schwierigeren Bedingungen wieder aufgenommen hat.

 


Pfarrer Josef Aicher zusammen mit Richard Franke, Rudolf Meister und der Pfarrbeauftragten Dr. Judith Müller.

 

Geradezu unverzichtbar für die dortige Bevölkerung ist der Einsatz unserer Missionare für die kranken und leidenden Menschen. Neben der Versorgung in den eigenen Krankenstationen ist oft in letzter Minute ein Transport ins nächste Krankenhaus überlebensnotwendig. 
Zu seinem 40jährigen Priesterjubiläum im Jahre 2000 haben daher Mitglieder unserer Kolpingsfamilie die Ausbildungskosten für einige seiner einheimischen Krankenschwestern übernommen.


 Fotos der Besuche Josef Aichers in Olching

 

Josef Aicher bei einem  seiner Besuche in Olching

Josef Aicher bei seinem Besuch 1982, viele Mitglieder auf dem Foto sind
noch heute aktive Mitglieder der Kolpingsfamilie

Josef Aicher bei seinem Besuch 1982

Dieses Bild hängt in schwarz-weiß im Olchinger Rathaus

Nachdem die europäischen Schwestern und Missionshelferinnen 1997 aus Sicherheitsgründen das Land verlassen haben, kümmert sich Pfarrer Josef Aicher neben seiner umfangreichen Pfarrarbeit im Auftrag seines afrikanischen Bischofs in besonderer Weise um die einheimischen Schwestern. Dabei kann man sich gut vorstellen, dass er sich neben der geistlichen Betreuung in dieser unruhigen Zeit nicht zuletzt auch für die persönliche Sicherheit der ihm anvertrauten Schwestern verantwortlich fühlt. Ein großes Anliegen war ihm daher im Jahr 2001 der Kauf und die Fertigstellung eines Schwesternhauses in der Hauptstadt Kinshasa.


 Fotos von Josef Aicher in Yaloya, Kongo/Zaire

Vor 20 Jahren waren die Straßen noch gut.

Beim inspizieren der Brücke trifft sich das halbe Dorf.

Auch heute noch ist die einzige Möglichkeit, Seitenarme des Kongo zu überqueren, der Einbaum.

Gastfreundschaft ist in Afrika wichtig. Hier werden Geschenke ausgetauscht.

Pfarrer Josef Aicher bei seiner seelsorgerischen Arbeit in Yaloya.

Nicht nur Afrikaner können etwas von Europa lernen, sondern auch umgekehrt.
Dies gilt besonders für den Umgang mit Kindern.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

Dies sind Schulbänke einer ganz normalen Schule in Kongo/Zaire.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

Getanzt wird in Kongo überall, vor der Kirche und in der Kirche.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

Das einzig mögliche Transportmittel über hunderte von Kilometern ist das Fahrrad.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

So sieht ein Operationssaal des Krankenhauses am Bischofsitz Ikela aus.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

Die Hauptverkehrsstraße der Provinz Équateur
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

Eine zentrale Aufgabe Josef Aichers sind Schulen. Nur so haben Kinder eine Zukunft.
(Foto Toni Ehammer, Erzdiözese Salzburg)

 


 

Besuch bei Josef Aicher in den Achzigern

Das Pfarrhaus von Pfarrer Josef Aicher in Yaloya

Auch in Afrika baden Kinder gerne

Die Kirche von Yaloya. Gebaut von Franz Aicher, benutzt von Josef Aicher

Gottesdienst mit Josef

In Yaloya gibt es keinen Kirchturm und Glocken. Zur heiligen Messe wird getrommelt

Vermessungsarbeiten für eine Getreide- und Sägemühle

Der zukünftige Mühlteich

Grenzsteine für die zukünftige Mühle

     

Vor zwanzig Jahren war Yaloya noch mit dem Geländewagen zu erreichen. Foto in Bokungu

     
     
     

"Kontakte Antonius"
Franziskaner Missionsverein Bayern

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