So geht´s weiter

Die Erwartungen an "unseren Kaplan Josef Aicher" in Yaloya sind höher denn je. Die Abholzfirma hat der Bevölkerung vieles versprochen. Selbstverständlich hätte sie dies nie engehalten. Abholzungen in anderen Ecken des Kongos beweisen dies. Josef Aicher hat seine Leute im Kongo überzeugt, dass es wichtig ist, den Regenwald zu erhalten.

Darum war Pfarrer Josef Aicher im Juli und August 2009 zu einem Arbeitsaufenthalt in Bayern. Mit verschiedenen Organisationen und Institutionen wurden intensive Gespräche geführt. Zwei Projekte konnten dabei konkret vereinbart werden:

1.

Die Diözese Bokungu-Ikela bekommt von Missio Bücher für die pastorale Arbeit. Misso finanziert sich aus Spendengeldern. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der pastoralen Arbeit. Da die Priester und Katecheten der Diözese fast keine Unterlagen für ihre seelsorgerische Tätigkeit haben, werden diese mit Messbüchern, Bibeln, Katechismen usw. ausgerüstet.

2.

Misereor übernimmt drei Projekte in der Pfarrei von Josef Aicher in Yaloya. Misereor ist die Entwicklungsorganisation der katholischen Kirche in Deutschland. Sie finanziert sich aus Steuergeldern und Spenden. Alle Projekte müssen zur Entwicklung eines Landes beitragen. Bisher gab es im Kongo im Osten und im Westen je ein Projektgebiet. Der zuständige Gebietsleiter für Zentralafrika, Dr. Raoul Bagopha, konnte bei Misereor durchsetzen, dass die Diözese Bokungu-Ikela ein weiteres Projektgebiet wird. Pfarrer Josef Aicher hatte zudem noch ein kurzes Gespräch mit dem Vorsitzenden von Misereor Prof. Dr. Josef Sayer. Es werden drei Projekte in der Pfarrei Yaloya übernommen:

a.
Das Gesundheitsprojekt:

Pfarrer Josef Aicher betreut seit vielen Jahren eine einheimische Schwesterngemeinschaft.  Aus ihnen gingen viele Krankenschwestern und eine Ärztin hervor. Letzterer finanzierte die Kolpingsfamilie Olching die Ausbildung. In der Pfarrei Yaloya soll nun ein Krankenhaus entstehen. Zusätzlich werden in den anderen Orten Krankenstationen eingerichtet. Die medizinischen Versorgung übernehmen die Schwestern.

b.
Erwachsenenbildung:

Dieses ist ein weites Feld. Kernstück wird ein Gebäude in Yaloya sein, in dem Inforationsveranstaltungen durchgeführt werden können. Es werden Themen wie Handwerkerausbildung, Gesundheitsvorsorge, Landwirtschaft,  Schutz des Waldes und vieles mehr besprochen.

c.
Land- und Forstwirtschaft:

Vor dem Krieg gab es eine funktionierende Landwirtschaft. Inzwischen sind vor allen Dingen die Handelsstrukturen zerstört. Die Menschen leben inzwischen in erster Linie vom Wald. Dies hat zu einer Dezimierung des Wildbestandes geführt. Darum soll die Landwirtschaft mit Feldern und Viehzucht wieder aufgebaut werden. Es müssen aber auch die Handelswege wieder hergestellt werden. Das Missionsschiff der Diözese, welches die Produkte in die Ballungszentren liefern kann, ist inzwischen wieder in Betrieb. Die Menschen der Pfarrei Yaloya müssen nun die Produkte zum Hafen bringen. Dort soll ein Lagerhaus entstehen.

d.
Entwicklungshelfer:

Das Misereorprojekt wird viel Kraft erfordern. Darum wird Pfarrer Josef Aicher von einem Entwicklungshelfer der AGEH (Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V.) unterstützt. Diese Organisation bildet Entwicklungshelfer aus und betreut diese. Mitglied der AGEH sind alle katholischen Entwicklungshilfeeinrichtungen. Der VorsitzendeHubert Tintelott kommt von Kolping International. Es soll somit eine Struktur aufgebaut werden, die auch nach den Einsatz von Josef Aicher weiter bestehen soll. Diese Stelle ist noch nicht vergeben.  Wer Lust hat drei Jahre im Kongo zu arbeiten, kann sich melden.Pfarrer Josef Aicher hat mit weiteren Organisationen und Institutionen Gespräche geführt. In einer zweiten Stufe kann somit seinen Leuten geholfen werden. Diese Projekte sind aber erst dann sinnvoll, wenn das Misereor-Projekt bereits angelaufen ist. Der Staatsminister in der Staatskanzlei Siegfried Schneider MdL ist für die Entwicklungsarbeit des Freistaates Bayern zuständig. Er hat bei einem persönlichen Gespräch zugesagt, persönlich Josef Aichers Arbeit zu unterstützen. Da Bayern nach dem Grundgesetz keine eigene Entwicklungspolitik machen darf, hat er dafür auch kein Geld. Aber wenn Anträge an Bundesorganisationen gestellt werden, wird er ein wohlwollendes Begleitschreiben der Staatsregierung hinzufügen. Professor Dr. Holger Magel von der Technischen Universität München hat viel Erfahrung mit dem Landmanagement in Afrika. Es geht darum, dass die Bauern ihren Grundbesitz kennen und ihn auch nachweisen können. Das System von Vermessungs- und Grundbuchamt kann hier nicht eins zu eins in den Kongo übertragen werden. Daher müssen spezielle Strukturen geschaffen werden, die für Afrika praktikabel sind. Professor Magel hat zugesagt, in Yaloya ein Forschungsprojekt über Landmanagement für die Land- und Forstwirtschaft zu starten.Joyce Mulinde arbeitet an führender Stelle für die UNO in Kinshasa. Sie ist dort im Rahmen der UNESCO für die Nationalparks zuständig. Sie hat in München studiert. An der Technischen Universität konnte sie Pfarrer Josef Aicher treffen. Sie hat zugesagt sich dafür einzusetzen, dass die Straße und die Brücken von Ikela nach Yaloya wieder instand gesetzt werden. An der Universität Siegen wurde ein Kleinwasserkraftwerk für Afrika entwickelt. Wir stehen mit dem Institut für Wasserwirtschaft in Verbindung und wollen in Zukunft gemeinsam eine Wassermühle in Yaloya bauen.Kolping International hat in den Ländern Tansania und Ruanda erfolgreich Projekte mit Mikrokrediten für die Landwirtschaft durchgeführt. Wir sind in Verhandlungen mit "Köln", damit auch ein derartiges Projekt im Kongo durchgeführt werden kann.Diese Aktivitäten entbinden aber Pfarrer Josef Aicher und seine Helfer nicht von ihrer Verantwortung. Im Gegenteil, die Erwartungen an "unseren Kaplan Josef Aicher" sind höher denn je. Es wurden Erwartungen der einheimischen Bevölkerung geweckt. Er muss jetzt seinen Leuten helfen. Die Gelder von Missio und Misereor sind projektgebunden. Kommt zum Beispiel jemand ins Krankenhaus und kann die Behandlungskosten nicht zahlen, dann muss er mit eigenem Geld einspringen. Die Kinder müssen Schulgeld zahlen. Können die Eltern dieses Geld nicht bezahlen, müssen die Kinder von der Schule genommen werden oder Josef Aicher hilft ihnen. Es könnten noch viele Beispiele aufgezählt werden, bei denen unbürokratisch geholfen werden muss. Hier braucht Josef Aicher unser Spendengeld. Nur mit unserer Unterstützung kann er weiter erfolgreich seine Arbeit machen. Zudem muss er zeigen, dass das politische Engagement für ihn und seine Sache gerechtfertigt war.


 
       
   

       

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